1. Februar 2018 admin

Emojis – Wie übersetzt man Bilder?

Mehr als zweieinhalbtausend verschiedenen Emojis kommen im Markenmarketing bereits rund 814
Millionen Mal zum Einsatz – damit hat sich diese Art der Kommunikation zu einem weltweit rasch steigenden
Trend entwickelt.

Das Erlernen einer Sprache besteht normalerweise aus vier wesentlichen Verständnisebenen: eine fremde
Sprache zu sprechen oder einem Muttersprachler zuzuhören auf der einen Seite, und die Kunst des Lesens
und Schreibens in dieser Sprache zu erlernen auf der anderen.

 

Wie alles begann

Viele Menschen sind empathisch und setzen ihre Mimik ein, um Gedanken oder Emotionen zu
vermitteln, damit ihr Gegenüber ihren Gemütszustand besser verstehen kann. Normalerweise
besteht die Kunst des Ausdrucks in einem Dialog darin, der jeweiligen Gefühlslage
entsprechende Adjektive sinnvoll einzusetzen und eine perfekte Satzstruktur zu bilden. Heute gilt
es als einfacher, über ein Symbol zu kommunizieren, das die genaue Interpretation eines Gefühls
darstellt, statt sich die Zeit zu nehmen, nach den geeigneten Worten zu suchen.

Jüngere Generationen nehmen die neuen Entwicklungen in der Kommunikation in den sozialen
Medien und die unterschiedlichen Aspekte der Textnachrichten auf, und so entsteht langsam eine
neue Sprache. Historisch betrachtet liegt die Geburtsstunde der Emoticons lange vor der
Entwicklung der Mobilfunktechnologie – durch den Einsatz von Kommas, Doppelpunkten und
Klammern als vereinfachten Symbolen im Rahmen der traditionellen Schreibtechniken. Durch
Einflüsse aus Japan und Südkorea wurde die ursprüngliche westliche Darstellungsart, bei der das
Emoticon um 90 Grad nach links gedreht ist, durch die einfachere horizontale Darstellung ersetzt,
wodurch die Emoticons besser zu erkennen sind.

Bilder lesen

Oft ist der Einsatz von Bildern zur Übermittlung einer Botschaft die einfachste Art der
Kommunikation. Straßenschilder auf der ganzen Welt enthalten häufig ein Symbol oder die
Darstellung eines Objekts und ersetzen damit Worte, die den Reisenden aus anderen Ländern
unbekannt wären. Die Entwicklung einer aus Emoticons bestehenden Sprache wird durch die
asiatischen Emojis noch weiter gefördert, denn deren bessere Grafik und erheblich detailliertere
Darstellungsweise erlauben dem Nutzer, sich klar auszudrücken, ohne Worte zu benötigen.

Anders als bei den meisten konventionellen Sprachen bietet diese Sprache eine visuelle Hilfe.
Zwar ist es nicht möglich, in Emojis zu sprechen, aber die Kunst, über das Geschriebene und den
Einsatz von Bildern zu kommunizieren, schafft erfrischende und verständliche neue Wege des
Dialogs – verständlich für jedermann. Jeder weiß, dass lachende Gesichter für Zustimmung oder
positive Gedanken stehen, aber durch die Entwicklung weiterer Emojis ist es möglich, diese
Sprache so zu erweitern, dass ganze Sätze gebildet werden können.

Einfach zu verstehen

Das Gute daran ist, dass keine Übersetzung benötigt wird. Das, was wir in den Bildern sehen,
wird in unserem Kopf automatisch interpretiert und der Tonfall der Nachricht ist ebenfalls
eindeutig. In dieser Stufe der sprachlichen Entwicklung ist es durchaus möglich, sich über Emojis
mit jemandem zu unterhalten, ohne ein einziges Wort zu benötigen – einzige Voraussetzung ist
ein empathisches menschliches Wesen.

Allerdings lässt sich beobachten, dass kulturelle Unterschiede und lokale Sitten den Einsatz von
unterschiedlichen Emojis erfordern, da bestimmte Farben oder Gesten missverstanden werden
könnten. Vermutlich wird es zwar keinen Bedarf an Übersetzern für diese Sprache geben, aber
vielleicht entsteht eine erhöhte Nachfrage nach Emoji-Spezialisten und –Beratern, die sagen
können, ob eine Handbewegung oder ein Bildzeichen positive oder negative Assoziationen
weckt.

 

Die Zukunft der Emoji-Sprache liegt hauptsächlich in den Händen der sozialen Medien. Auch wenn die
Grenze zwischen geschäftlichem Dialog und informeller Nachricht weiterhin besteht: es könnte nur eine
Frage der Zeit sein, bis eine Unterschrift irgendwann einmal durch ein Bild ersetzt wird.

(ursprünglich auf www.transtrans.co.uk in englischer Sprache veröffentlicht)

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