30. August 2017 admin

Geschäftsetikette in Frankreich

Frankreich hat rund 67 Millionen Einwohner und gehört zu den zehn wichtigsten Handelsländern im weltweiten Import und Export. 31 der 500 bedeutendsten Unternehmen im internationalen Geschäft sind in Frankreich beheimatet.

Der industrielle Schwerpunkt des Landes liegt auf pharmazeutischen Produkten, dem Bauwesen und der Telekommunikation. Das Land ist innerhalb der Europäischen Union perfekt positioniert, um in alle Richtungen Geschäfte zu betreiben. Darüber hinaus verfügt Frankreich durch die zahlreichen südlich gelegenen Häfen über etablierte Handelsbeziehungen zum afrikanischen Kontinent.

Die Vorstellung

Die Vereinbarung eines Geschäftstermins mit einem französischen Partner erfordert gute Planung und einen Blick fürs Detail. Es gibt in Frankreich über das Jahr verteilt circa elf Nationalfeiertage, die eine historische oder religiöse Bedeutung haben. Die Geschäfte sind an diesen Tagen geschlossen, es lohnt sich also, diese Daten im Auge zu behalten, bevor Sie Ihre Reise buchen. Viele Franzosen nehmen nach Weihnachten, in der Osterzeit und im August Urlaub. Termine in diesen Zeiträumen sollten Sie daher sorgfältig mit Ihrem Gastgeber abstimmen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Um eine positive Arbeitsbeziehung aufzubauen, sollten Sie großen Wert auf Ihre Kleidung legen. Die Franzosen sind bekannt für ihren mühelos-eleganten Kleidungsstil. Bei geschäftlichen Treffen sollte daher der Herr zum traditionellen Anzug greifen, während die Dame sich konservativer Bürokleidung bedienen sollte. Der erste Eindruck ist ausgesprochen wichtig und ein gepflegtes Erscheinungsbild wird erheblich zum Gelingen der Besprechung beitragen.

Wie in anderen westlichen Ländern, sollte die Vorstellung stets mit einem Handschlag beginnen. Dieser sollte kurz, leicht und nicht anmaßend sein. Wenn Sie Ihren Gastgeber oder seine Mitarbeiter ansprechen, sollten Sie stets deren Titel verwenden, um den professionellen Anspruch des Meetings zu betonen. Personen ohne Titel spricht man am besten mit Monsieur oder Madame an, gefolgt vom Familiennamen. Sollte man Ihnen aber während des Meetings anbieten, die Vornamen zu verwenden, sollten Sie dieses Angebot freudig annehmen.

Man kann davon ausgehen, dass viele Franzosen, die in internationalen Geschäftskreisen aktiv sind, über gehobene Sprachkenntnisse im Englischen verfügen. Es ist aber äußerst empfehlenswert, zumindest den Versuch zu machen, den Gastgeber in seiner Muttersprache anzusprechen, um Sprachbarrieren abzubauen. Schon einfache Formulierungen wie die Begrüßung, der Abschied und der Dank für das Gespräch werden Ihren Geschäftspartner sehr erfreuen!

Das Meeting

Wenn es an die Verhandlung geht, wird Ihr Gastgeber eine disziplinierte und aufmerksame Haltung Ihrerseits begrüßen. Sie sollten den Augenkontakt suchen, hierbei jedoch nicht zu aufdringlich vorgehen. Diskussionen sollten gut gegliedert sein und nicht unterbrochen werden, um die jeweiligen Standpunkte deutlich zu machen, vorsichtige Zwischenbemerkungen sind jedoch möglich, um bestimmte Gedanken zu erörtern. Fundierte Fragen Ihrerseits werden von Ihrem Gastgeber als positives Zeichen gewertet werden.

Es ist unwahrscheinlich, dass Entscheidungen schnell getroffen werden, normalerweise bedarf es hierfür mehrerer Zusammentreffen. Hierdurch wird sichergestellt, dass die höchstgestellte Person in Ruhe zu einer wohldurchdachten und eindeutigen Lösung kommt. Aggressive Verkaufstaktiken führen zu nichts und werden als unhöflich angesehen, da sie als Beweis für fehlende Selbstdisziplin und einen Mangel an Geduld gelten.

Die Franzosen bevorzugen langfristige Geschäftsbeziehungen und so ist der Aufbau von Vertrauen ein wichtiger Aspekt des ersten Zusammentreffens. Vorschläge werden im Detail geprüft und man wird Ihnen Fragen stellen, um herauszufinden, ob Ihr Unternehmen zum lokalen Markt passt. Eine gute Vorbereitung auf das Meeting wird Ihrem Gastgeber zeigen, dass Sie ernsthafte Absichten haben, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Das Arbeitsessen

Falls es eine Gelegenheit zu einem Essen mit dem Gastgeber gibt, wird dieses normalerweise in einem Restaurant stattfinden, um den professionellen Charakter der Mahlzeit beizubehalten. Die Unterhaltung bleibt meist auf geschäftlichem Niveau und der Status des Gastgebers entspricht dem der Gäste. Natürlich wird die Unterhaltung sich auch häufig um allgemeine Themen drehen, Gespräche über die Familie sollten sich jedoch in Grenzen halten und der Formalität des Anlasses Rechnung tragen.

Die meisten Essen mit möglichen Kunden finden abends statt, Arbeitsessen zur Mittagszeit erfreuen sich jedoch auch in Frankreich steigender Beliebtheit. Passende Gesprächsthemen setzen Wissen bezüglich der französischen Geschichte und Kultur voraus; bei humoristischen Einlagen ist die Satire dem einfachen Witz vorzuziehen.

Beim ersten Zusammentreffen mit einem Gastgeber ist das Überreichen von Geschenken nicht angebracht und im Allgemeinen in Frankreich auch nicht üblich. Wenn sich eine professionelle Arbeitsbeziehung entwickelt hat, gelten Geschenke als akzeptabel, allerdings sollten Sie darauf achten, dass ihr Präsent von guter Qualität ist und zur Gelegenheit passt. Geschenke, die mit einem Markenlogo versehen sind, gelten als unpassend.

2016 wurden mehr als 32 Prozent der französischen Exporte von ausländischen Unternehmen
hergestellt. Damit bleibt Frankreich ein attraktiver Geschäftsstandort, der Investitions- und
Beschäftigungsmöglichkeiten in ganz Europa sowie weltweit bietet.

(ursprünglich auf www.transtrans.co.uk in englischer Sprache veröffentlicht)

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