23. August 2017 admin

Farbempfehlungen | Westeuropa

Bei einer Bevölkerung von rund vierhundert Millionen Menschen gibt es in Westeuropa 18 verschiedene Länder mit zahlreichen Sprachen und Dialekten. Ihr Geschäftserfolg hängt in hohem Maß davon ab, ob es Ihnen gelingt, ein Markenlogo zu kreieren, in dem Name, Design und Farben perfekt aufeinander abgestimmt sind und das einen ganzen Kontinent abdeckt. Ein solches Logo zu finden mag eine Weile dauern, aber letztendlich wird Ihnen diese Investition Zeit und Geld sparen.

 

Schwarz

Schwarz ist die Farbe des Todes und der Trauer, sie steht für das Ende des Lebens. In Westeuropa gilt Schwarz aber auch als elegant und formell, es passt zu vielen Produkten, weil die Farbe als professionell und elegant angesehen wird. Schwarz wird häufig in Firmenlogos eingesetzt und soll dort Stärke, Macht und Können vermitteln, es sieht edel und auch ein bisschen geheimnisvoll aus.

Blau

Blau wird oft als die Farbe betrachtet, die die größte Neutralität ausstrahlt und niemanden verletzt. In Westeuropa steht die Farbe für Autorität und Glaubwürdigkeit. Blau ist im Markendesign der meisten Sicherheitsfirmen und Polizeikräfte in Europa enthalten, um deren schützende Rolle widerzuspiegeln.

Blau ist aber auch die Farbe der Depression. So gibt es beispielsweise im Englischen die Redewendung „to have the blues“, mit der ausgedrückt wird, dass eine Person traurig oder melancholisch ist. Andererseits erhalten neugeborene Jungen Geschenke in blauer Farbe, die auch für das Maskuline steht, während weibliche Babys eher mit rosafarbenen Gaben bedacht werden. Einzige Ausnahme ist Belgien: dort ist es genau umgekehrt.

Der Prinz aus dem Märchen “Dornröschen” wird in Spanien und Italien als „Blauer Prinz“ bezeichnet, der Grund hierfür ist jedoch nicht genau bekannt. Man vermutet, dass die Bezeichnung auf einer Märchensammlung aus dem Jahr 1889 beruht, die den Titel „The Blue Fairy Book“ trug und in der Prinzen eine große Rolle spielten.

Mitglieder von westlichen Königshäusern werden häufig als “blaublütig” bezeichnet, weil frühere
Monarchen oftmals aufgrund der Benutzung von Silberbesteck an Argyrie litten, einer Vergiftung des
Bluts, die durch übermäßigen Kontakt mit dem Metall hervorgerufen wird. Bei dieser Krankheit verfärbt
sich die Haut blau und erweckt so den Eindruck, der Kranke habe blaues Blut.

In den meisten westlichen Kulturen gilt blau als angenehme Farbe, die an Wasser und den Himmel
erinnert und für das Positive steht, obwohl ihr auch negative Gefühle zugeschrieben werden. Die
meisten Geschäftslogos enthalten eine Nuance dieser Farbe.

Rot

Rot ist die Farbe der Liebe, der Leidenschaft und der Spannung. In Bezug auf Gefühle wird Rot in der westlichen Kultur häufig als Ausdruck von Zorn, Temperament oder Wut wahrgenommen – zum Beispiel in der umgangssprachlichen Redewendung „rot sehen“ (die Beherrschung verlieren, wütend werden).

Rot ist eine kräftige Farbe, die auf Gefahr hinweist und anzeigt, dass etwas getan werden muss: Ampeln, Straßenschilder und Baustellenbeschilderungen setzen Rot ein, um auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen. Rot ist die Farbe mit der größten Wellenlänge und wird daher auch aus großer Entfernung wahrgenommen. Daher ersetzte die britische Post – die Royal Mail – die ehemals grünen Briefkästen in London nach dem großen Nebel im Jahr 1874 durch rote Kästen, weil diese weithin sichtbar waren. Das Unternehmen behält diese Farbe im Markenlogo bis heute bei.

Die Farbe steht auch für Verlangen und Herzensangelegenheiten. Roter Lippenstift und Rouge sollen das Blut nachahmen, das vor Aufregung über einen potentiellen Verehrer durch die Adern schießt. Rot ist die Farbe der Liebe, die ja eigentlich einen Gegensatz zu Wut bildet, aber dennoch der gleichen Leidenschaft unterliegt.

Sportwagen werden oft rot lackiert, um den Eindruck von Spannung und Kraft zu erwecken und Sportpsychologen behaupten, dass Rot gekleidete Sportler eine größere Siegeschance haben als ihre andersfarbig gekleideten Konkurrenten. Offenbar verleiht Rot dem Trikotträger ein Gefühl von Stärke und Angriffslust und sichert ihm so eine dominante Stellung.

Grün

In Westeuropa ist die Farbe Grün mit der Natur verbunden. Zahlreiche Parteien setzen die Farbe ein, um auf ihre Umweltpolitik hinzuweisen und auch bei Markenlogos kommt Grün oft zum Einsatz, um auf die natürliche Herkunft eines Produkts aufmerksam zu machen. So hat beispielsweise die Verpackung eines Fruchtsafts aus dem Supermarkt oft die Farbe der jeweiligen Frucht und außerdem ein grünes Element, das den ökologischen Ursprung signalisieren soll. Die Farbe Grün steht für die Natur und damit für etwas, was alle menschlichen Wesen instinktiv lieben.

Im Bereich der Emotionen wird Grün der Eifersucht oder dem Neid zugeordnet– außer in Deutschland. Im Vereinigten Königreich sagt man einem Menschen nach, dass er “grün” sei, wenn er auf die Leistung anderer Personen neidisch ist oder sich in Gefahr sieht, gegen eine andere Person zu verlieren. Der Ausdruck hat seinen Ursprung in Shakespeares Schauspiel „Othello“, in dem das metaphorische „grünäugige Ungeheuer“ die Gedanken der Protagonisten beherrscht und sie mit Unruhe erfüllt. Zu jener Zeit kam es häufig vor, dass Kranke aufgrund einer Überproduktion von Flüssigkeit im Körper eine grünliche Gesichtsfarbe annahmen. Möglicherweise wurde Shakespeare hiervon beeinflusst, da er diese Art von Gefühlen als Krankheit ansah. Im Griechenland des 7. Jahrhunderts hatten die Worte „grün“ und „bleich“ die gleiche Bedeutung und wurden sowohl im Zusammenhang mit einem kranken als auch einem eifersüchtigen Menschen verwendet. Und auch in Frankreich gibt es die Redewendung „Vert de jalousie“ (grün vor Eifersucht), die von schlechter Gesundheit abgeleitet ist.

Im positiven Sinn wird der Farbe Grün das Glück zugeordnet. Grün ist die Nationalfarbe der Republik Irland und das seltene vierblättrige Kleeblatt – Symbol für Vertrauen, Hoffnung und Liebe – erinnert an den Zauber der Natur und das oft zitierte „Glück der Iren“.

Gelb

Gelb ist die Farbe der Wärme und der Sonne, sie gilt als Erinnerung an den Sommer und das gute Wetter. Gelb signalisiert Optimismus und hat eine motivierende psychologische Wirkung. In Markenlogos wird Gelb häufig von der Unterhaltungsindustrie oder von Fast-Food- Restaurants und Vergnügungsparkseingesetzt. Manchmal wird die Farbe auch verwendet, um Vorsicht und Bedenken auszudrücken. Eine gelbe Ampel fordert den Autofahrer zur Vorsicht auf oder weist auf einen Gefahrenbereich hin.

In Bezug auf Emotionen gibt es in den westeuropäischen Ländern unterschiedliche Auffassungen: in Deutschland wird beispielsweise nicht Grün mit der Eifersucht in Verbindung gebracht, sondern Gelb. In den meisten Ländern steht Gelb für Feigheit, allerdings sind die Gründe hierfür unterschiedlich: mancherorts glaubt man, dass es einen biblischen Bezug zu Judas gibt, den gelb bekleideten Verräter Jesus, während Historiker darauf hinweisen, dass im zehnten Jahrhundert die Haustüren von Geächteten in Frankreich in dieser Farbe angestrichen wurden. In späteren Jahren blieb diese Bedeutung erhalten und wurde durch ähnliche historische Interpretationen aus den Vereinigten Staaten in der europäischen Gesellschaft verankert.

(Ursprünglich auf www.brandsandborders.com in englischer Sprache veröffentlicht.)

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