Emojis – Neueste Mode oder eine völlig neue Sprache?

Bei mehr als 70 Millionen Emojis, die täglich bei Twitter geteilt werden, überrascht es nicht, dass manche Menschen sich fragen, ob unsere Schriftsprache sich für immer verändern wird. Die Einführung von neuen Emojis über zahlreiche soziale Netzwerke hinweg und eine neue Übersetzungs-App, die alles Gesprochene in beliebte Symbole umwandelt, sprechen stark dafür, dass Emojis so schnell sicher nicht wieder von der Bildfläche verschwinden werden. 

Emoji-Apps

Die App SpeakEmoji wurde Ende 2015 vorgestellt und behauptet, dass Worte manchmal einfach nicht ausreichen und man seine Gefühle nur mithilfe eines Emoji klar ausdrücken kann. Die App übersetzt automatisch alles, was der Benutzer sagt, in die beliebten Zeichen und ist mit Facebook, Twitter, iMessage und vielen anderen kompatibel.

Eine neue weltweite Sprache?

So manch einer behauptet, dass es sich bei der Verwendung von Emojis um eine neue Sprache handelt, die sich weltweit verbreitet und eine aufregende Entwicklung in unserem Kommunikationsverhalten bedeutet. Andere jedoch argumentieren, dass dieser Trend eher eine Art linguistisches Armageddon darstellt.

Nichtverbale Kommunikation

Bei der Bewertung des Einflusses, den Emojis auf Sprache ausüben, ist die Einschätzung unserer Kommunikation im direkten Kontakt einer der wichtigsten Gesichtspunkte. Denn es ist nicht der Einsatz von Worten, der bei der Vermittlung unserer Botschaft oder unserer Inhalte hilft: Häufig verwenden Menschen Gesten, Handzeichen oder Mimik, um die gesprochenen Botschaften zu verstärken und zu verdeutlichen. Diesen Vorgang bezeichnen Linguisten als „multi-modal“, und darin liegt eine der treibenden Kräfte hinter der Verwendung von Emojis. In einer Gesellschaft, in der Kommunikation zunehmend über Email und Messenger-Dienste stattfindet, wird Sprache vorangetrieben, indem man zusätzliche nichtverbale Information hinzufügt, die sonst verloren gehen würde.

Emojis im geschäftlichen Umfeld

Wenn Ihr Vorgesetzter Sie fragt, ob Sie einen schönen Urlaub hatten und Ihre Antwort aus einer Reihe von Emojis wie “Cocktail”, “Papphütchen”, “Schirm” und “Sonne” besteht, ist das nicht besonders professionell. Gibt es also überhaupt einen Platz für Emojis in Emails? Für bestimmte Altersgruppen funktionieren Emojis gut, allerdings könnte Ihr Humor an all jenen Kollegen vorbeigehen, die nicht in der „Generation SMS“ aufgewachsen sind. Bei ernsthafteren Themen könnte der Einsatz von Emojis respektlos wirken und daher gilt „Wenn es so schlecht läuft, dass Ihnen die Worte fehlen, lassen Sie die Finger von Emojis“, wie die Autorin Rhiannon Lucy Cosslett in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ empfahl.

Die Farbe des Emojis

Das Konzept einer Reihe von Symbolen mit weltweiter Ausbreitung, die eine neue universelle Sprache bilden, ist bis zu einem gewissen Punkt zutreffend. Wir müssen uns jedoch einige der Grundprinzipien in Erinnerung rufen, die Sprache, Übersetzungen und Markenbewusstsein beeinflussen. Emojis sind überwiegend gelb, was in den meisten arabischen Kulturen mit Unehrlichkeit und Feigheit verbunden ist. Dieser Aspekt könnte also eine weltweite Popularität behindern.

(ursprünglich auf www.brandsandborders.com in englischer Sprache veröffentlicht)

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